In der Philosophie bedeutet "Erlebnis" ein im Bewußtsein vorhandener, unmittelbarer und unbezweifelbarer Tatbestand. Alles im Bewußtsein Vorhandene, ob Gedanken, Gefühle, Wahrnehmung, äußere und innere Erfahrungen. Ich und Welt und deren einzelne Bestandteile oder welche Worte man auch immer benutzen mag, sind Erlebnisse und letztendlich sind Bewußtsein und Erlebnisse identisch. Und da Erlebnisse nichts statisches sind, sondern Vorgänge, ist erleben der elementare Vorgang im Bewußtsein.
Die Erlebnisse sind für das erlebende Subjekt unbezweifelbar. (Sehen Sie hierzu u. a. mein Essay Wissen, Vermutungen und Praxis) Nach Auffassung vieler Philosophen kann man von ihnen aber kein unbezweifelbares Wissen über konkrete objektive Dinge, Eigenschaften, Tatbestände etc. ableiten. (Siehe Subjektphilosophie) Die Vertreter der diversen Spielarten der Objektphilosophie sehen das anders.
Erleben ist ein Grundbegriff in der Lebensphilosophie und der Hermeneutik..
Für Dilthey ist Erleben die Art, wie die Wirklichkeit für das Individuum da ist. Erlebnis ist für ihn die kleinste, elementarste, auf nichts anderes mehr reduzierbare Einheit des Lebens.
Bei Reininger gibt es im unmittelbaren Erleben noch keine Trennung von Subjekt und Objekt.
Bei Husserl ist Erlebnis immer intentional, hat einen Inhalt, ist auf etwas gerichtet.
Im 2. Kapitel Meiner Philosophie habe ich dargelegt, daß "erleben" für mich das Univer-salverb oder "Oberverb" ist, das alle anderen Verben beinhaltet oder umfaßt. "Erlebnis" ist in diesem Sinne das Universalsubstantiv.