Gesellschaft bedeutet in der Philosophie und den Sozialwissenschaften eine Gruppe von Individuen, die nach gewissen (oft geschichtlich gewachsenen) Regeln zusammenleben und durch gemeinsame (oft geschichtlich gewachsenen) Merkmale z. B. Sprache, Rechtsauffassungen und Interessen z. B. gemeinsame Produktion der Lebensmittel verbunden sind. Bei einigen Philosophen ist Gesellschaft nur die Gesamtheit der Beziehungen der Individuen zueinander, nicht die Individuen selbst.
Die Soziologie ist die Wissenschaft von der Gesellschaft der Menschen.
Der bedeutende deutsche Soziologe In der Systemtheorie des bedeutenden deutsche Soziologen Zwischen den Einzelnen und der Gesellschaft gibt es eine gegenseitige Abhängigkeit und Beeinflussung. Der Zustand der Gesellschaft ist u. a. abhängig von der Konstitution und dem Verhalten der einzelnen Mitglieder. Der Zustand der Gesellschaft wirkt aber wiederum auf die Einzelnen und ist eine Ursache ihres Fühlens und Verhaltens. Die Individuen können in der Gesellschaft ihre Bedürfnisse z. B. nach Sicherheit, materiellen Wohlstand etc. besser befriedigen, denn als Einzelgänger. Dafür schränkt die Gesellschaft die Freiheit des Einzelnen ein und verlangt von ihm des Öfteren ein Verhalten bzw. Handeln, das gegen seine eigenen Interessen steht. Die Menschen sind in der Gesellschaft nicht gleichberechtigt, Gesellschaften sind in der Regel Klassengesellschaften. In neuerer Zeit sprechen die Gesellschaftstheoretiker allerdings mehrheitlich nicht von Klassen, sondern von verschiedenen sozialen Schichten, da die Bedeutung der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Schicht und die Schichten-Durchlässigkeit heute eine andere ist, als im 19. Jahrhundert. Die Gesellschaft bzw. ihre konkrete Beschaffenheit oder ihr Entwicklungsstand spielt in einigen philosophischen Systemen eine große Rolle, z. B. im Marxismus. Hier wird behauptet, der Mensch sei nur oder in aller erster Linie ein gesellschaftliches Wesen, das in seinem Fühlen und Verhalten, seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen durch die bestehenden gesellschaftlichen, besonders ökonomischen Verhältnisse bestimmt wird. (Eine berühmte und kennzeichnende Aussage von Marx: »Der Mensch ist das Ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse.«) Weitere wichtige Personen bezüglich der starke Betonung der Gesellschaft sind u. a. der bedeutende französische Soziologe Auguste Comte und Hegel, auf den Marx ursprünglich aufbaute und alle an diese Denker anknüpfenden Philosophen. Der Gesellschaft eine alleinige oder ausschlaggebende Bedeutung für das Denken, Fühlen und Verhalten der Menschen zuzuschreiben wird auch »Soziologismus« genannt. Dessen Grundaussage: »Alles ist gesellschaftlich vermittelt.« [Der Mensch ist aus Herdentieren hervorgegangen. Er war immer ein gesellschaftliches Wesen und durch die Gesellschaft geprägt. Das ändert allerdings nichts daran, dass der Mensch auch ein Naturwesen ist, auch durch seine Natur bestimmt ist. Es gibt hier kein »entweder ... oder«, sondern ein »sowohl ... als auch«. Hier gilt das Gleiche wie im philolex-Beitrag
Ferdinand Tönnies unterschied zwischen Gesellschaft und Gemeinschaft. Gemeinschaft sei ein natürlich gewachsenes auf Gefühlen beruhendes Zusammenleben, z. B. eine Familie. Darüber gebe es eine lose Verknüpfung von Individuen, die Gesellschaft, derer sich die Einzelnen gemäß ihren Interessen bedienten, z. B. die Bevölkerung der Stadt Berlin.
Niklas Luhmann ist Gesellschaft das umfassendste soziale System, das keine soziale Umwelt mehr hat, weil es alle sozialen Systeme, Verhältnisse und Tatbestände beinhaltet. Gesellschaft ist für Luhmann alles, was durch Kommunikation füreinander erreichbar ist.
»Staat« dargestellte.]
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