Johannes Kepler (1571 - 1630) erkannte und formulierte die mathematischen Gesetze der Planetenbewegungen und leistete darüber hinaus auf fast allen Gebieten der damaligen Naturwissenschaft Bahnbrechendes.
Über die Naturforschung hinaus war Kepler aber auch Philosoph. Drei seiner Grundge-danken, die sich in der Zukunft als besonders fruchtbar erwiesen:
Kepler sah den Fehler der antiken
griechischen Philosophen darin, daß sie versuch-ten, die Natur aus qualitativ verschiedenen Kräften zu erklären. Im Gegensatz dazu sah er die Natur als durch und durch einheitlich und die Unterschiede in ihr nur als quantita-tive. [Dieser Vorwurf gilt aber nicht für
Leukipp und Demokrit. Mit ihrer Atomtheorie hatten auch sie bereits eine Erklärung, mit der die Vielfalt der Welt auf quantitative Verän-derungen zurückgeführt wurde.]
Diese Rückführung qualitativer Unterschiede auf quantitative Verhältnisse war eine der Voraussetzungen für den Erfolg der modernen Naturwissenschaften. [Und hat damit auch seine praktische Rechtfertigung. Ob es allerdings wirklich so ist, da habe ich beträchtli-chen Zweifel. Denn das Bewußtsein halte ich mit quantitativen Veränderungen von Materie nicht für erklärbar. Sehen Sie hierzu auch:
"Neues Naturwissen zu Beginn der Neuzeit"]
Anmerkungen
Das mag für den Durchschnittsgeist zutreffen, in der Naturwissenschaft ist es angebracht, aber in der Philosophie sollte es nicht gelten! Die Philosophen, die die verschiedenen Qualitäten im Sein und die Entstehung neuer Qualitäten im Verlaufe der Entwicklung - molekulare und biotische Evolution, Entstehung von Geist, Gesellschaft, Ethik, Ästhetik etc. - nicht sehen, z. B. Nietzsche und viele seiner Anhänger, kommen zu katastrophalen philosophischen Auffassungen. Zurück zum Text