Macht kann ausgehen von Menschen und Menschengruppen. Hinter Macht müssen aber nicht unbedingt Personen stehen. [1] Sie kann auch von ökonomischen, wissenschaft-lichen, technischen, rechtlichen, kulturellen, religiösen und weiteren Organisationen und Strukturen ausgehen. Man spricht dann auch von »struktureller Gewalt«, von anonymer Macht oder von Macht, die sich aus Sachzwängen ergibt.
1. Macht durch physische Gewalt: Körperliche Gewalt, gesteigert durch Waffen, Polizei, Militär, entsprechende Organisationen, wie Justiz. Die staatlichen Einrichtungen haben ein »Gewaltmonopol«. Nur sie dürfen legal physische Gewalt ausüben. (Andere Formen von Macht sind davon aber nicht betroffen.)
3. Macht durch Wissen: 3.1. Bezogen auf die Natur: Wie müssen wir uns verhalten, um Naturprozesse zu unseren Gunsten zu nutzen? Es gäbe kein Internet, kein Fernsehen etc. hätten die Menschen im Laufe vieler Generationen sich nicht das dafür nötige Wis-sen verschafft. 3.2. Bezogen auf Menschen: Was müssen wir tun, damit andere Menschen sich so verhalten, wie wir es wollen? Wie muss Erziehung und Bildung gestaltet sein? Mit diesem Punkt zusammen hängt die Möglichkeit der Manipulation. Man kann andere Menschen bewusst, absichtlich falsch informieren oder Wissen vorenthalten.
Die Funktionsweise der Macht, die Arten und Formen der Machtausübung wurden eben bei den Mitteln und Institutionen der Macht zum Teil angesprochen. Weitere zum Teil ausgefächerte Formen von Macht sind verschiedene Arten der Autorität, des Zwangs, der Belohnung, der Identifikation (mit seinem Vaterland, seiner Partei, seiner Religion, sei-nem Fußballverein etc.), des Wissens bzw. Möglichkeit zu dessen Zugang. Psychische Beeinflussungen wie Angst machen, Hoffnung erwecken und Glauben schaffen. Unter-schieden wird zwischen Handlungsmacht, Entscheidungsmacht, Mobilisierungsmacht, Verfügungsmacht und Definitionsmacht.
Michel Foucault: »Die Macht ist nicht etwas, was man erwirbt, wegnimmt, teilt, was man bewahrt oder verliert; die Macht ist etwas, was sich von unzähligen Punkten aus und im Spiel ungleicher und beweglicher Beziehungen vollzieht.« »Macht ist ein produktives Prinzip in der Gesellschaft. Sie bringt Wissen hervor, erschafft durch ihre Kontrolle das Individuum und ganze Institutionen und Techniken.« »Man muss wohl auch einer Denktradition entsagen, die von der Vorstellung geleitet ist, dass es Wissen nur dort geben kann, wo die Machtverhältnisse suspendiert sind, dass das Wissen sich nur außerhalb der Befehle, Anforderungen, Interessen der Macht entfalten kann. Vielleicht muss man dem Glauben entsagen, dass die Macht wahnsinnig macht und dass man nur unter Verzicht auf die Macht ein Wissender werden kann.«
Max Weber: »Wer Politik betreibt, erstrebt Macht.« »›Politik‹ würde für uns also heißen: Streben nach Machtanteil oder nach Beeinflussung der Machtverteilung, sei es zwischen Staaten, sei es innerhalb eines Staates zwischen den Menschengruppen, die er umschließt.« »Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eignen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht.«
Die Kommunisten waren Anhänger einer absoluten Vorstellung von Macht. Sie wollten Macht ohne Gegenmacht. Ungeteilte Macht. Zentralistische Macht. Sie waren Anhänger einer absoluten Vorstellung von Diktatur, einer Diktatur ohne Grenzen und Gesetze, die ausschließlich im Dienste revolutionärer Macht stehen sollte. Diese Theorie machte sie schließlich blind gegenüber den Nebenfolgen unumschränkter Machtausübung. So wurden erst Millionen Andersdenkende, dann Millionen von Kommunisten Opfer dieser Machtvorstellungen. Die Kommunisten hatten die staatliche und die militärische Macht. Sie hatten effektive Geheimdienste nach innen und außen. Aber sie hatten nicht die Macht eine Wirtschaft aufzubauen bzw. zu betreiben, die effektiver war, als die Marktwirt-schaft. So hat ihnen ihre ganze staatliche. militärische, repressive Macht nicht genützt.
Geld ist Macht und viel Geld ist viel Macht. Wer große internationale Wirtschaftsunter-nehmen kontrolliert, hat große, keiner demokratischen Kontrolle unterliegende, Macht. Zur Kontrolle multinationaler Konzerne braucht man multinationale Regelungen und Aufsichtsgremien. Die gibt es erst in Ansätzen. Trotz Finanzkrise sind die internationalen Finanzinstitute immer noch mächtig genug, um solche Regelungen und Institutionen zu verhindern. Wieviele Bankpleiten und (fast) Staatspleiten können sich die z. Z. noch wirtschaftlich-finanziell stabilen Staaten und Staatenbünde noch leisten, bis sie selbst mit in den Abgrund gezogen werden?.
Eine Fehleinschätzung, der in anderen Bereichen z. B. die
unterliegen, die überall wo Macht ist, eine Person für nötig hallten.
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