"Meinen" bzw. "Meinung" ist eine Weise des "Für-wahr-haltens", wie "glauben" und "wissen" und steht wertmäßig unter diesen beiden. Die Grenzen zwischen diesen drei Begriffen sind allerdings besonders in der Umgangssprache fließend.
"Meinung" ist unbegründete Auffassung ohne restloses Überzeugsein. Sie gibt lediglich eine gewisse Plausibilität wieder. [Tatsächlich sind die Meinungen von Menschen häufig deren Dogmen.]
Für Platon war Meinung (doxa) nur eine ungenügende Vorform von Wissen (episteme), als Handlungsorientierung aber vonnöten.
Kant beschäftigte sich in der
Kritik der reinen Vernunft mit den verschiedenen Weisen des "Für-wahr-haltens" (meinen, glauben, wissen). Für ihn ist "meinen" etwas, wo weder subjektive Überzeugung ist noch objektive Begründung.
Eine besondere Bedeutung hat das "Meinen" bei Husserl. Der
"Akt des Vermeinens" und das
"Weltmeinen" wird bei ihm zur Grundlage der Phänomenologie.