[Etwas stößt mir hier gewaltig auf: Entweder es gibt nur Körperliches, oder es gibt zu-sätzlich noch eine dem Weltganzen innewohnende Gesetzlichkeit. Diese Gesetzlichkeit existiert dann auch. Allerdings nicht als Körper, sondern als eine bestimmte Ordnung, nach der die Körper sich verhalten, anders ausgedrückt bewegen. Wenn man nun diese Ordnung oder Gesetzlichkeit auch noch "Gott" nennt und daraus schließt, diese Lehre sei pantheistisch, dann ist der Marxismus-Leninismus auch eine pantheistische Lehre, da er die Existenz einer materialistischen Gesetzlichkeit behauptet.]
Ethik
Der Mensch könne als Vernunftwesen die universelle Gesetzmäßigkeit erkennen. Die einzige Tugend sei ein im Wissen um diese Gesetzmäßigkeit geführtes vernünftiges Leben. Hierin bestehe die einzige Glückseligkeit. Dem gegenüber gebe es nur ein einzi-ges Übel: unvernünftiges Leben. Alles andere, was von den Menschen im allgemeinen hochgeschätzt werde, z. B. Leben, Gesundheit, Ehre, Besitz, oder was sie zu vermeiden suchen, z. B. Krankheit, Tod, Armut, Knechtschaft, sei weder gut noch schlecht, son-dern gleichgültig (Adiaphora).
[Ich glaube das größte Glück erreicht man dadurch, daß man einerseits, wo es möglich ist, seine Bedürfnisse befriedigt, sowohl die materiellen, körperlichen wie die geistigen, sich an dieser Bedürfnisbefriedigung erfreut, also Freude zum Lebensziel macht, und daß man andererseits dort, wo uns die Bedürfnisbefriedigung nicht möglich ist, wir dies ohne Gejammer mit heiterer Gelassenheit ertragen. Womit ich nicht behaupten will, daß es mir immer gelingt, nach diesem Grundsatz zu leben. Aber über die Jahre hinweg gelingt es mir immer besser.]
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