Die phänomenologische Methode kommt in ihrem Anfangsstadium meinen Vorstellungen sehr nahe, dass man nämlich das unmittelbare Erleben zum Ausgangspunkt von Philoso-phie machen sollte. [2] Dass man jedenfalls bei aller notwendigen und berechtigten Theorienbildung, bei allen komplexen Erklärungsversuchen, das unmittelbar Erlebte nicht aus den Augen verlieren darf, dass man sich immer wieder auf's Neue auf dieses unmittelbar Erlebte besinnen muss. Das ist besonders deshalb wichtig, weil es viele religiöse, philosophische und politische Dogmatiker gibt, die sich dermaßen in ihren Weltanschauungen verrannt haben, dass sie unmittelbar Erlebtes nicht mehr zur Kenntnis nehmen können, sondernd die Welt durch die Brille ihrer Ideologie sehen. Auch den Menschen, die den gegenwärtigen naturwissenschaftlichen Erkenntnisstand verabso-lutieren, ist diese Methode anzuraten.
Woher die Anhänger der phänomenologische Methode allerdings die Sicherheit herneh-men, dass die Phänomene auch mit dem Sein identisch sind, das ist mir schleierhaft. Es ist nicht ausschließbar, dass die Phänomene eben doch nur subjektive, psychische Schöpfungen sind, die sich vom objektiv Existierenden unterscheiden, oder besser ausgedrückt, die nur einen Teil des objektiven Seins sind. Wenn ich die Existenz anderer Ichs voraussetze, dann kann sich in deren »Weltmeinen« eben etwas anderes befinden als in meinem »Weltmeinen«. Ich sehe nicht, wie man mit der phänomenologischen Methode unterschiedliche subjektive Weltbilder ausschließen und den Skeptizismus überwinden kann. Ich sehe auch nicht wie man bei einer Beschränkung auf die phänomenologische Methode z. B. die
Evolutionstheorie oder die
Quantenmechanik entwickeln sollte.
" hervor.
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