Fiktionalismus: Fiktionen seien im Unterschied zu
Hypothesen Aussagen, von denen wir wüßten, daß sie falsch seien, die wir aber dennoch als Hilfskonstruktionen mit Erfolg einsetzten um künftige Erfahrungen vorauszusagen, was uns wiederum zu zweckge-richtetem Handeln befähigen würde. Diese Fiktionen bildeten mit der Zeit eine ganze Welt für sich, die für alles höhere geistige Leben, für Wissenschaft, Philosophie, Religion etc. wichtiger seien als die "wirkliche" Welt. [In dem Moment, wo die Welt der Fiktionen einmal geschaffen ist, ist sie so wirklich, wie die vom Menschen unabhängig existierende Wirklichkeit.]
[Nach meiner Auffassung eine eingeschränkte Vorstellung von Erkenntnis. Es können doch auch völlig neue "Gegebenheiten" auftauchen. Neue Qualitäten.
Hegel,
Nicolai Hartmann. Bei der Entwicklung vom Säugling zum erwachsenen Menschen ist das doch wohl offensichtlich. Anfänglich werden bei diesem Prozeß vielleicht tatsächlich neue "Gegebenheiten" auf bekannte "Gegebenheiten" reduziert, wobei aber immer etwas neues dabei sein muß, wie sollte das Neue sonst vom Bekannten differenziert werden? Wenn man dann nach einer gewissen Zeit auf seine intellektuelle Entwicklung zurück-blickt, kann einem auffallen, daß es qualitative Sprünge gegeben hat, das es nun "Gegebenheiten" gibt, die auf alte nicht reduzierbar sind. Die Evolution muß mit uns Menschen nicht ihr Ende finden. Höhere Arten, die soweit über uns stehen würden, wie wir über den Tieren, hätten es mit anderen, höheren "Gegebenheiten" zu tun.]