Kurzbeschreibung des Zeitbegriffs
Verschiedene Philosophen zur Zeit
Meine Vorstellung von der Zeit
Zitate zur Zeit
Internetlinks zur Zeit
Die Zeit hat in der Philosophie eine ganz zentrale Bedeutung und ist von verschiedenen Philosophen zu verschiedenen Zeiten immer wieder neu definiert worden.
Für den Alltagsverstand, der noch durch keine philosophischen und naturwissenschaftlichen Gedanken sensibilisiert ist, ist Zeit eine Art Gefäß, innerhalb dessen alles stattfindet. Würde nichts stattfinden, gäbe es dieses Gefäß trotzdem. So betrachtet, ist das Sein und alle seine Bestandteile in der Zeit, die keinen Anfang und kein Ende hat.
In der Philosophie ist die vorherrschende Auffassung (die allerdings in verschiedenen Varianten auftritt), dass die Zeit im Sein ist. Sie ist abhängig von bewegtem Sein. Zeit ist das Aufeinanderfolgen von Zuständen (subjektiven oder objektiven). Wo es keine Bewegung, keine Aufeinanderfolge gibt, gibt es auch keine Zeit. So betrachtet, kann die Zeit einen Anfang und ein Ende haben. (Und dann eventuell einen neuen Anfang, dann wieder ein Ende und so fort.)
Für Nach Der Grundtatbestand meiner Existenz sind »Erlebnisse«. [1] (In anderen Philosophien sagt man Erscheinungen, Gegebenheiten, Vorstellungen etc.) Diese Erlebnisse sind nicht statisch, sondern sie ändern sich ständig. Diesen ständigen Wechsel in meinen Erlebnissen nenne ich Zeit. Wo es keine Veränderung, keine Aufeinanderfolge, keine Bewegung gäbe, gäbe es auch keine Zeit. Ich schließe mich also weitgehend Augustinus und Kant an. Ihre Aussagen über die Zeit sind für mich aber lediglich plausible philosophische »Ich bin immer im Jetzt, immer in der Gegenwart, nie in der Vergangenheit oder Zukunft. Aber ich habe das Erleben, es gebe ein ›vor dem Jetzt‹, es habe eine Vergangenheit gegeben. Diese Erlebnisse nenne ich ›Erinnerungen‹. Und ich habe das Erleben, es werde ein ›nach dem Jetzt‹, eine Zukunft geben. Diese Erlebnisse nenne ich ›Erwartungen‹. Auch für die Reihenfolge von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft benutze ich das Wort ›Zeit‹. Aber: Vergangenheit und Zukunft haben keine subjektive Realität! Subjektive Realität haben nur die Erinnerungen und Erwartungen als Erlebnisse im Jetzt.« (Zitat aus dem 6. Kapitel Meiner Philosophie)
Parmenides ist das Sein zeitlose unbewegte Ewigkeit.
Augustinus ist die Zeit nicht von unserem Bewusstsein trennbar. Nur die Gegenwart existiere. Vergangenheit und Zukunft seien Erinnerungen und Erwartungen im jetzt. Wir könnten das immer Existierende nur in der Erscheinungsform des Nacheinander erfassen. Für Gott sei dagegen alles gleich gegenwärtig. Zeit könne es nur geben, wo eine Welt und damit Veränderung vorhanden sei. Zeit und Welt seien zusammen entstanden. Deshalb unterscheide man zurecht Zeit und Ewigkeit.
Kant sagt, die Zeit sei »reine Form unseres inneren Sinnes«, den Dingen, der Welt komme sie nicht zu. [Mit dieser Aussage überschreitet Kant nach meiner Auffassung die von ihm selbst gezogene Grenze des menschlichen Wissens über die »Welt an sich«.]
Meine Vorstellung von der Zeit
Hypothesen, keine unumstößlichen Wahrheiten.
Mit immer neuen Inhalten. |
Als ich zum ersten Mal die
Urknall-Hypothese vernahm, da habe ich mich wie die meisten anderen Menschen auch gefragt, was denn vor dem Urknall war. Einen Beginn der Zeit konnte ich mir nicht vorstellen. Meine heutige Auffassung von der Zeit führt dazu, dass ich dieses Problem nicht mehr habe. Wo sich nichts bewegt, wo keine Aufeinanderfolge ist, ist die Zeit nicht nur nicht feststellbar es bewegen sich ja auch keine Uhren , es gibt dann überhaupt keine Zeit, weil Zeit nur Aufeinanderfolge von Erlebnissen (subjektiv), bzw. Ereignissen (objektiv) ist.
Möglich ist auch eine dialektische Sicht der Zeit. Sie ist identisch und gleichzeitig nicht identisch mit der Aufeinanderfolge der Erlebnisse. Dies gilt dann aber auch nur für die Welt meiner Erlebnisse. Ob es für das Sein schlechthin zutrifft, liegt außerhalb meines Erkenntnisvermögens.
Aristoteles: »Wir messen also nicht nur die Bewegung durch die Zeit, sondern auch die Zeit durch die Bewegung, weil sie einander begrenzen und bestimmen.«
Augustinus: »Was also ist ›Zeit‹? Wenn mich niemand danach fragt, weiß ich es; will ich es einem Fragenden erklären, weiß ich es nicht.«
Francis Bacon: »Bücher sind Schiffe, welche die weiten Meere der Zeit durcheilen.«
Hector Berlioz: »Die Zeit ist der beste Lehrer leider tötet sie alle ihre Schüler.«
Charlie Chaplin: »Die Jugend wäre eine schönere Zeit, wenn sie erst später im Leben käme.«
Maurice Chevalier: »Eine schöne Uhr zeigt die Zeit an, eine schöne Frau lässt sie vergessen.«
Karlheinz Deschner: »Ist es das Gute selbst an der schlimmsten Zeit, dass sie vergeht, ist eben dies das Schlimme auch an der besten.«
Einstein:»Der Unterschied zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist für uns Wissenschaftler eine Illusion, wenn auch eine hartnäckige.« »Wenn man zwei Stunden lang mit einem Mädchen zusammensitzt, meint man, es wäre eine Minute. Sitzt man jedoch eine Minute auf einem heißen Ofen, meint man, es wären zwei Stunden. Das ist Relativität.«
Fichte:»Für die bloße reine Vernunft ist alles zugleich. Nur für die Einbildungskraft gibt es eine Zeit.«
Anatole France: »Nichts ist so sehr für die gute alte Zeit verantwortlich wie ein schlechtes Gedächtnis.« Benjamin Franklin: »Ist die Zeit das Kostbarste unter allem, so ist Zeitverschwendung die allergrößte Verschwendung.« Giovanni Guareschi: »Zeit haben nur diejenigen, die es zu nichts gebracht haben. Und damit haben sie es weitergebracht als alle anderen.« [Ich bin einer von denen!] Johann Gottfried von Herder: »Die zwei größten Tyrannen der Erde: der Zufall und die Zeit.« Erich Kästner: »Die Zeit vergeht. Sie weiß es nicht besser.« Aus dem Film »Das doppelte Lottchen« Stanislaw Jerzy Lec: »Viele, die ihrer Zeit vorausgeeilt waren, mussten auf sie in sehr unbequemen Unterkünften warten.« Jean-Luc Picard: »Jemand hat mir mal gesagt, die Zeit würde uns wie ein Raubtier ein Leben lang verfolgen. Ich möchte viel lieber glauben, dass die Zeit unser Gefährte ist, der uns auf unserer Reise begleitet und uns daran erinnert, jeden Moment zu genießen, denn er wird nicht wiederkommen. Was wir hinterlassen ist nicht so wichtig wie die Art, wie wir gelebt haben. Denn letztlich [...] sind wir alle nur sterblich.« Rolling Stones: »Time Is On My Side.« [»Die Zeit ist auf meiner Seite« Wenn ich in den Spiegel und auf die Waage sehe, kann ich das nicht glauben. 8( ] Schopenhauer: »So lange wir jung sind, man mag uns sagen, was man will, halten wir das Leben für endlos und gehen danach mit der Zeit um. Je älter wir werden, desto mehr ökonomisieren wir unsere Zeit. Denn im späteren Alter erregt jeder verlebte Tag eine Empfindung, welche der verwandt ist, die bei jedem Schritt ein zum Hochgericht geführter Deliquent hat.« Lucius Annaeus Seneca: »Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen.« Kurt Tucholsky: »Wer die Enge seiner Heimat begreifen will, der reise. Wer die Enge seiner Zeit ermessen will, studiere Geschichte.« Mark Twain: »Die Zeit mag Wunden heilen, aber sie ist eine miserable Kosmetikerin.« Peter Ustinov: »Jetzt sind die guten alten Zeiten, nach denen wir uns in zehn Jahren zurücksehnen.« Anmerkungen Anm. 1: Dies habe ich in Meine Philosophie näher erläutert. Zurück zum Text.
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