Lorenz geht weder von der totalen Unerforschbarkeit der realen Welt aus (des
"Ding an sich"), noch davon, daß unsere Erkenntnisse absolute Wahrheiten seien. Die Kategorien, mit denen unser Verstand arbeite, paßte genauso zur Realität, wie die Flosse des Fisches ins Wasser und der Huf des Pferdes in den Steppenboden. Körperliche und intellektuelle Fähigkeiten hätten sich in einer äonenlangen Evolutionsgeschichte in Auseinandersetzung mit der realen Welt entwickelt, um einem Lebewesen das Überleben zu ermöglichen. Unsere Verstandes-Kategorien entsprächen real Existierendem in der von unabhängig existierenden Welt, das wir aber immer nur mit denen uns von der Evolution zu Verfügung gestellten Erkenntnisinstrumente betrachten könnten. Was wir haben, sei ein Bild von der Welt, das mit der realen Welt Übereinstimmungen aufweise. Letztendlich seien aber alle unsere Erkenntnisse Arbeitshypothesen.