Unter Glück wird zweierlei verstanden: 1. Ein Ereignis außerhalb von uns (z. B. sechs Richtige im Lotto). 2. Ein inneres Gefühl des Wohlbefindens und der Wunschbefriedigung. Glück in der 2. Bedeutung kann auf verschiedene Weise erreicht werden: durch Luxus, materielle Güter, durch innere Entwicklung, durch Kultur, Wissenschaft, Philosophie etc., Selbsterhaltung und/oder Selbstentfaltung. Vereinigung mit Gott etc.
Näheres sehen Sie bitte im 16. Kapitel Meiner Philosophie, Gedanken über das Glück.
Sehen Sie auch im philolex-Beitrag Ethik die
Bedeutung des Glücks für die Ethik.
Jean Anouilh: »Die wahren Lebenskünstler sind bereits glücklich, wenn sie nicht unglücklich sind.«
Aristoteles: »Glück ist Selbstgenügsamkeit.«
Francis Bacon: »Mit dem Glück geht es wie auf dem Markte, wo oft die Preise fallen, wenn man ein wenig wartet.«
Dietrich Bonhoeffer: »Es gibt kaum ein beglückenderes Gefühl, als zu spüren, dass man für andere Menschen etwas sein kann.«
Pearl S. Buck: »Viele Menschen versäumen das kleine Glück, während sie auf das Große vergebens warten.«
Jacob Burckhardt: »Die Anschauung von einem Glück, welches in einem Verharren, in einem bestimmten Zustand bestände, ist an sich falsch.«
Wilhelm Busch: »Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen, Unglück oft durch Vernachlässigung kleiner Dinge.« »Fortuna lächelt, doch sie mag // nur ungern voll beglücken: // Schenkt sie uns einen Sommertag, // so schenkt sie uns auch Mücken.«
Casanova: »Glück sollte nicht zu leicht und nicht zu schwer zu erringen sein.«
Nicolas Chamfort: »Es ist schwer, das Glück in uns zu finden, und es ist ganz unmöglich, es anderswo zu finden.«
Cicero: »Anteilnehmende Freundschaft macht das Glück strahlender und erleichtert das Unglück.«
Demokrit: »Das Glück ist verschwenderisch, aber unbeständig.«
David Dunn: »Das Glück muss entlang der Straße gefunden werden, nicht am Ende des Wegs.« [Der Weg ist das Ziel.]
Epikur: »Wenn du einen Menschen glücklich machen willst, dann füge nichts seinem Reichtum hinzu, sondern nimm ihm einige von seinen Wünschen.«
Ludwig Feuerbach: »Deine erste Pflicht ist, dich selbst glücklich zu machen.«
Theodor Fontane: »Das Glück, kein Reiter wird's erjagen, // es ist nicht dort und ist nicht hier. // Lern überwinden, lern entsagen, // und ungeahnt erblüht es dir.« »Das Glück besteht darin, dass man da steht, wo man seiner Natur nach hingehört; selbst die
Tugend- und
Moralfrage verblasst daneben.«
Benjamin Franklin: »Menschliches Glück stammt nicht so sehr aus großen Glücksfällen, die sich selten ereignen, als vielmehr aus kleinen glücklichen Umständen, die jeden Tag vorkommen.« »Es gibt zwei Wege, um glücklich zu werden: Wir müssen entweder unsere Wünsche reduzieren oder unsere Mittel vergrößern beide sind gleich geeignet. Das Resultat ist jeweils dasselbe. Jedermann muss sich selbst entscheiden und das tun, was ihm leichter fällt.«
Sigmund Freud: »Was man im strengsten Sinn Glück heißt, entspringt der eher plötzlichen Befriedigung hochaufgestauter Bedürfnissen und ist [...] nur als episodisches Phänomen möglich.« »Die Absicht, dass der Mensch glücklich sei, ist im Plan der Schöpfung nicht enthalten.«
Erich Fromm: »Glück ist kein Geschenk der Götter; es ist die Frucht einer inneren Einstellung.« »Unsere Konsum- und Marktwirtschaft beruht auf der Idee, dass man Glück kaufen kann, wie man alles kaufen kann. Und wenn man kein Geld bezahlen muss für etwas, dann kann es einen auch nicht glücklich machen. Dass Glück aber etwas ganz anderes ist, was nur aus der eigenen Anstrengung, aus dem Innern kommt und überhaupt kein Geld kostet, dass Glück das ›Billigste‹ ist, was es auf der Welt gibt, das ist den Menschen noch nicht aufgegangen.«
André Gide: »Das Geheimnis des Glücks liegt nicht im Besitz, sondern im Geben. Wer andere glücklich macht, wird glücklich.«
Goethe: »Dein wahres Glück oh Menschenkind // so denke doch mitnichten // dass es erfüllte Wünsche sind // es sind erfüllte Pflichten!« »Das schönste Glück des denkenden Menschen ist, das Erforschliche erforscht zu haben und das Unerforschliche zu verehren.«
Karl Ferdinand Gutzkow: »Ein ganzes Unglück verdrießt uns nicht so sehr wie ein nur zur Hälfte eingetroffenes Glück.«
Hegel: »Die Weltgeschichte ist nicht der Boden des Glücks. Die Perioden des Glücks sind leere Blätter in ihr.«
Heinrich Heine: »In uns selbst liegen die Sterne unseres Glücks.«
Hermann Hesse: »Das Glück ist ein Wie, kein Was; ein Talent, kein Objekt.« »Glück ist Liebe, nichts anderes. Wer lieben kann, ist glücklich.«
Henrik Ibsen: »Nehmen Sie einem Durchschnittsmenschen die Lebenslüge, und Sie nehmen ihm zu gleicher Zeit das Glück.«
Joseph Joubert: »Man ist meistens nur durch Nachdenken unglücklich.« [Aber nur, wenn die grundsätzlichsten Lebensbedingungen nicht gefährdet sind.]
Sören Kierkegaard: »Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.«
John Knittel: »Glück ist ein illusorischer Zustand, ein sich Anklammern an Vergängliches.« [Da könnte man auch sagen, Schmerz ist ein illusorischer Zustand. Auch er ist vergänglich. Spätestens nach dem Tod. Wenn man Schmerz hat, hat man Schmerz. Wenn man sich glücklich fühlt, fühlt man sich glücklich. Vergänglich oder nicht.]
Konfuzius: »Wer ständig glücklich sein möchte, muss sich oft verändern.«
Georg Christoph Lichtenberg: »Ein langes Glück verliert schon allein durch seine Dauer.«
John Locke: »Glück und Unglück sind zwei Zustände, deren äußerste Grenzen wir nicht kennen.«
Otto Ludwig: »Das Glück ist wie die Sonne. Ein wenig Schatten muss sein, wenn's dem Menschen wohl werden soll.«
Marcus Aurelius: »Das Glück im Leben hängt von den guten Gedanken ab, die man hat.«
Montesquieu: »Man will nicht nur glücklich sein, sondern glücklicher als die anderen. Und das ist deshalb so schwer, weil wir die anderen für glücklicher halten, als sie sind.«
Nietzsche: »Fast überall wo es Glück gibt, gibt es Freude am Unsinn.« [Er war ein Feind des Glücks.]
Blaise Pascal: »Das ganze Glück des Menschen besteht darin, bei anderen Achtung zu genießen.« [So sah es später dann auch
Alfred Adler]
Johann Heinrich Pestalozzi: »Denn, um glücklich zu sein, fordert es beim Menschen nicht bloß, dass er wohl versorgt sei, sondern auch, dass er glaube, er sei's.«
Sylvia Plath: »Glück zieht immer noch mehr Glück an, wie ein Magnet.« [Leider zieht Unglück auch weiteres Unglück an.]
Lao Tse: »Versuche die Menschen glücklich zu machen, und du legst das Fundament für das Elend.«
Erasmus von Rotterdam: »Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit.«
François de La Rochefoucauld: »Das Glück liegt in uns, nicht in den Dingen.« »Bevor man etwas brennend begehrt, sollte man das Glück dessen prüfen, der es bereits besitzt.«
Bertrand Russell: »Wenn ich mit intellektuellen Freunden spreche, festigt sich in mir die Überzeugung, vollkommenes Glück sei ein unerreichbarer Wunschtraum. Spreche ich dagegen mit meinem Gärtner, bin ich vom Gegenteil überzeugt.«
Françoise Sagan: »Man weiß selten, was Glück ist, aber man weiß meistens, was Glück war.«
Carl Sandburg: »Glück misst man nicht nach der Länge, sondern nach der Tiefe.«
Arthur Schopenhauer: »Alles im Leben gibt kund, dass das irdische Glück bestimmt ist, vereitelt oder als eine Illusion erkannt zu werden.« »Denn, um nicht sehr unglücklich zu werden, ist das sicherste Mittel, dass man nicht verlange sehr glücklich zu sein.«
Albert Schweitzer: »Viele Menschen wissen, dass sie unglücklich sind. Aber noch mehr Menschen wissen nicht, dass sie glücklich sind.« [Da besteht das Problem, dass Glück ein subjektives Gefühl ist. Wer es nicht hat, ist nicht glücklich. Er mag gesund, reich, jung und schön sein. Viele Menschen befinden sich in Lebenssituationen, in denen sie glücklich sein könnten. Sind es aber nicht.]
George Bernard Shaw: »Es ist nicht schwer, Menschen zu finden, die mit 60 Jahren zehnmal so reich sind, als sie es mit 20 waren. Aber nicht einer von ihnen behauptet, er sei zehnmal so glücklich.« »Es stimmt, dass Geld nicht glücklich macht. Allerdings meint man damit das Geld der anderen.« »Der rastlose Mensch von heute hat tagsüber keine Zeit, sich Sorgen zu machen. Und abends ist er zu müde dazu. Alles in allem hält er das für Glück.«
Arthur Schopenhauer: »Das Glück gehört denen, die sich selbst genügen. Denn alle äußeren Quellen des Glückes und Genusses sind, ihrer Natur nach, höchst unsicher, misslich, vergänglich und dem Zufall unterworfen.«
Sokrates: »Bedenke, dass die menschlichen Verhältnisse insgesamt unbeständig sind, dann wirst du im Glück nicht zu fröhlich und im Unglück nicht zu traurig sein.«
Oswald Spengler: »Dauerndes Glück ist Langeweile.«
Mutter Teresa: »Lasse nie zu, dass du jemandem begegnest, der nicht nach der Begegnung mit dir glücklicher ist.«
Leo Tolstoi: »Das Leben kann kein anderes Ziel haben als das Glück, Freude. Nur dieses Ziel Freude ist des Lebens völlig würdig. Verzicht, das Kreuz, Hingabe des Lebens, alles für die Freude.«
Thukydides: »Ein Glück, das man nie gekannt, zu entbehren, tut nicht weh, weh aber, ein Glück zu verlieren, an das man gewöhnt war.«
Luc de Vauvenargues: »Höchstes Glück und tiefstes Unglück vermag die Mittelmäßigkeit nicht zu fühlen.«
Ludwig Wittgenstein: »Nur wer nicht in der Zeit, sondern in der Gegenwart lebt, ist glücklich.«
Sprichwort aus China: »Glück ist das Einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt.«
Von mir selbst: Kleine Schritte kleines Glück. Große Schritte großes Elend.