Aberglaube

Glaube an übernatürliche Kräfte und magische Wirkungen die den Wissenschaften und der Religion widersprechen.

Sehen Sie auch Esoterik, Okkultismus und Spiritismus.


Meine Auffassungen zum Aberglaube

Glaube ist der staatlich anerkannte und geförderte Glaube.
Aberglaube ist der staatlich nicht anerkannte, nicht geförderte Glaube.
Ein anderes Kriterium Glaube und Aberglaube zu unterscheiden, gibt es nicht.
Ich sehe das wie  Hobbes.

Ob man nun an Feen oder an Engel glaubt, an Kobolde oder Teufel, macht vom intellektuellen Gesichtspunkt aus keinen Unterschied. Wenn jemand glaubt, Wein könne sich in Blut verwandeln, dann glaubt er an magische Kräfte.

Für mich als ein letztendlich extrem skeptischen Menschen gibt es nur wenig, was zweifelsfrei wahr ist. Also müsste ich diversen Aberglauben für eventuell wahr halten. Mach ich auch. Bei vielen naiven Aussagen wirkt aber mein  »negativer Evidenzialismus«.


Zitate zu Aberglaube

Theodor W. Adorno: »Astrologie ist Aberglaube aus zweiter Hand.«

Honoré de Balzac: »Aberglaube ist das Kennzeichen eines schwachen Geistes

Ambrose Bierce: »Magie ist die Kunst, Aberglauben in Geld zu verwandeln.«

Bertolt Brecht: »Nun ist die Wissenschaft selber bei weitem nicht so frei von Aberglauben, wie sie vorgibt. Wo ihr Wissen nicht ausreicht, da produziert sich ihr Glaube, und das ist immer ein Aberglaube.«

Henry Thomas Buckle: »Das einzige Mittel gegen den Aberglauben ist die Wissenschaft

Karl Heinz Deschner: »Dass Glaube etwas ganz anderes sei als Aberglaube, ist unter allem Aberglauben der größte.«

Denis Diderot: »Der Aberglaube ist überall eine notwendige Folge außergewöhnlicher Naturerscheinungen, deren Gründe unbekannt sind.« »Der Aberglaube ersinnt eher die verrücktesten und plumpsten Hirngespinste, als dass er Ruhe gibt. Diese Hirngespinste werden später durch die Zeit und die Leichtgläubigkeit der Völker geheiligt.«

Friedrich der Große: »Der Aberglaube ist ein Kind der Furcht, der Schwachheit und der Unwissenheit.«

Hans-Georg Gadamer: »Es gibt Fragen, auf die die Menschen Antworten haben wollen, aber keine finden. Es ist ein Aberglauben zu meinen, dass diese Fragen mit dem Fortschritt der Wissenschaft verschwinden können.«

Emanuel Geibel: »Glaube, dem die Tür versagt, // steigt als Aberglaub' ins Fenster. // Wenn die Götter ihr verjagt, // kommen die Gespenster.«

Goethe: »Der Aberglaube ist die Poesie des Lebens; deswegen schadet's dem Dichter nicht, abergläubisch zu sein.« »Der Aberglaube gehört zum Wesen des Menschen und flüchtet sich, wenn man ihn ganz und gar zu verdrängen denkt, in die wunderlichsten Ecken und Winkel, von wo er auf einmal, wenn er einigermaßen sicher zu sein glaubt, wieder hervortritt.« »Eigentlich ergreift der Aberglaube nur falsche Mittel, um ein wahres Bedürfnis zu befriedigen.« »Auch der Aberglaube profitiert vom jeweiligen Stand der Wissenschaft.« [UFO-Glaube]

Thomas Hobbes: »Furcht vor einer unsichtbaren Gewalt, die vom Geist erdichtet oder auf Grund öffentlich zugelassener Erzählungen eingebildet ist, ist Religion, sind sie nicht zugelassen, Aberglaube.«

Jean Paul: »Der Aberglaube ist das ungeheure, fast hilflose Gefühl, womit der stille Geist gleichsam in der wilden Riesenmühle des Weltalls betäubt steht und einsam.« »Der so genannte Aberglaube verdient als Frucht und Nahrung des romantischen Geistes eine eigne Heraushebung.«

Joseph Joubert: »Der Aberglaube ist die einzige Religion, deren niedere Seelen fähig sind.«

Johann Gottfried von Herder: »Der Aberglaube macht die Gottheit zum Götzen, und der Götzendiener ist um so gefährlicher, weil er ein Schwärmer ist.«

Heinrich von Kleist: »Wenn die Unwissenheit unsre Einfalt, unsre Unschuld und alle Genüsse der friedlichen Natur sichert, so öffnet sie dagegen allen Greueln des Aberglaubens die Tore.«

Leibniz: »Wer die ungeheure Bedeutung der Religion unterschätzt, arbeitet trotz aller  Aufklärung nur dem Aberglauben in die Hände.«

Gotthold Ephraim Lessing: »Der Aberglauben schlimmster ist, den seinen für den erträglicheren zu halten.« »Der Aberglaub', in dem wir aufgewachsen, verliert, auch wenn wir ihn erkennen, darum doch seine Macht nicht über uns.« »Der Aberglaube trauet den Sinnen bald zuviel, bald zuwenig.«

Georg Christoph Lichtenberg: »Der Aberglaube gemeiner Leute rührt von ihrem frühen und allzu eifrigen Unterricht in der Religion her. Sie hören von Geheimnissen, Wundern, Wirkungen des Teufels und halten es für sehr wahrscheinlich, dass dergleichen Sachen überall in allen Dingen geschehen könnten.« »Es ist ein großer Unterschied zwischen etwas noch glauben und es wieder glauben. Noch glauben, dass der Mond auf die Pflanzen wirke, verrät Dummheit und Aberglaube, aber es wieder glauben, zeigt von Philosophie und Nachdenken.«

Ludwig Marcuse: »Der Glaube an das Gedruckte ist seit Gutenberg einer der mächtigsten Aberglauben dieser Welt

Fritz Muliar: »Mit dem Aberglauben ist es so eine Sache. Ich habe noch keinen Menschen getroffen, der sein dreizehntes Monatsgehalt zurückgegeben hätte.«

Nietzsche: »Der Aberglaube ist die Freigeisterei zweiten Ranges. Wer sich ihm ergibt, wählt gewisse ihm zusagende Formen und Formeln aus und erlaubt sich ein Recht der Wahl. Der Abergläubische ist im Vergleich mit dem Religiösen immer viel mehr ›Person‹ als dieser, und eine abergläubische Gesellschaft wird eine solche sein, in der es schon viele Individuen und Lust am Individuellen gibt. Von diesem Standpunkt aus gesehen, erscheint der Aberglaube immer als ein Fortschritt gegen den Glauben.« [Diese Aussage stammt aus der »mittleren Schaffenszeit« Nietzsches, als er Individualist war. So blieb es aber nicht.]

Blaise Pascal: »Es gibt sehr viele Leute, die glauben – aber aus Aberglauben.«

Plutarch: »Der Tod ist das Ende aller Dinge des menschlichen Lebens, nur des Aberglaubens nicht.«

Alexander Sergejewitsch Puschkin: »Im Prinzip bin ich ja wirklich nicht abergläubisch, aber wenn wir heute tatsächlich Freitag, den 13., haben, komme ich doch lieber ein andermal wieder.«

Bertrand Russell: »Angst ist die Hauptquelle des Aberglaubens und eine der Hauptquellen der Grausamkeit.«

Friedrich Schiller: »O! Lass des Aberglaubens nächtliche Gespenster nicht deines hellen Geistes Meister werden.«

Arthur Schopenhauer: »Ein Heiliger kann voll des absurdesten Aberglaubens sein, oder er kann umgekehrt ein Philosoph sein: Beides gilt gleich. Sein Tun allein beurkundet ihn als Heiligen.«

Spinoza: »Weil die große Menge immer gleich elend bleibt, bleibt sie nie lange demselben Aberglauben ergeben, vielmehr wird sie immer wieder von einem neuen Aberglauben angezogen, von welchem sie noch niemals getäuscht worden ist.«

Adalbert Stifter: »Zuletzt ist Aberglaube schöner, heiliger, kräftiger als jene sieche Kraftlosigkeit des Indifferentismus, der bei den Worten Gott, Unsterblichkeit, Ewigkeit nichts denkt und sie nur als Redeform im Munde führt.«

Mark Twain: »Lass mich den Aberglauben eines Volkes schaffen, und mir ist es gleich, wer ihm seine Gesetze oder seine Lieder gibt.«

Voltaire: »Kurz, je weniger Aberglaube, desto weniger Fanatismus, und je weniger Fanatismus, desto weniger Unheil.« »Der Atheismus ist der Fehler einiger Leute von Geist, der Aberglaube ist der Fehler der Dummköpfe


Spruch: »Seien wir nicht abergläubisch – das bringt nur Unglück.«


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