Brahman: Ursprünglich Gebet, Zauberspruch beim Opfer. Im Brahmanismus wandelt sich seine Bedeutung vom Gebet zum Objekt des Gebets, zum allgemeinen schöpferischen Weltprinzip, zum Urgrund allen Seins, zur Weltseele. Brahman steht hinter oder jenseits aller Erscheinungen, jenseits von Raum und Zeit, jenseits von gut und böse. Brahman umschließt alles. Aus Brahman ist alles hervorgegangen und in Brahman kehrt alles zurück. [Interessant ist die unterschwellige Dialektik. Die Dinge sind in und außerhalb von Brahman.] Erst im späteren Hinduismus wird aus dieser unpersönlichen geistigen Kraft, diesem Neutrum, der persönliche, männliche Gott Brahman.
Atman: Ursprünglich (Lebens)Hauch, Atem (sprachlich mit diesem Wort verwandt). Die Einzelseele. Atman ist das einzig wahre Sein, das wahre Selbst des Menschen, das hinter allen konkreten Formen und Bewußtseinsinhalten des Menschen steht (so wie Brahman hinter allen konkreten Formen der Welt), das bei allen Veränderungen der Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühle unveränderlich bleibt. Wenn man den Körper wegdenkt und von dem verbleibenden Bewußtsein alles Wollen, Denken, Fühlen, Begehren und Erinnern abrechnet, dann kommt man ungefähr zu dem, was Atman ist. [Vielleicht soetwas, wie Bewußtsein ohne jeden Inhalt. Aber Bewußtsein ohne Inhalt ist mir nicht vorstellbar.] Atman ist der im Menschen verborgen ruhende göttliche Urgrund. [Das "unerschaffene Seelenfünktlein", wie Meister Eckhart es nannte.]
Erkenntnis: Die Erkenntnis, daß Brahman und Atman eines ist, ist die höchste Wahrheit. Sie ist allerdings nicht mit dem Verstand begreifbar, sondern nur in mystischer Ekstase erlebbar. Wahrheit kann nicht mit dem Verstand erkannt werden. Sie ist überhaupt nur wenigen Menschen zugänglich und auch diesen nur nach einem langen Prozeß der Selbstdisziplin, Entäußerung, Askese, Auferlegung von Anstrengungen und Qualen, völliger Abziehung der Aufmerksamkeit und des Wollens von der äußeren Welt etc.
Mokscha: Erlösung. Da das Leben als Leiden angesehen wird, gilt die immerfortige Wiedergeburt nicht als erwünscht. Erstrebenswert ist, durch richtigen Lebenswandel und damit durch die Erkenntnis der Wahrheit die Kette der Wiedergeburten zu durchbrechen, die individuelle Existenz zu überwinden und in Brahman aufzugehen, wie ein Fluß im Meer aufgeht. Dafür ist notwendig, daß alle Taten vergolten sind, kein Karman mehr übrig ist, das zur Wiedergeburt drängt.
Meine Einstellung zu diesen Auffassungen:
kein anderer kann Dich verändern.
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